"Unser Erleben der Wirklichkeit ist eine Wertrealisierung, ins Gute oder ins Schlechte.
Es ist eine Werterfahrung. Ihr Hauptanliegen ist: Paß gut darauf auf, hier ist etwas, das wichtig ist.“
Alfred N. Whitehead
Es ist eine Werterfahrung. Ihr Hauptanliegen ist: Paß gut darauf auf, hier ist etwas, das wichtig ist.“
Alfred N. Whitehead
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Wir leben in einer Zeit tiefgreifender Umwälzungen – einer planetaren Krise von ökologischer und existenzieller Tragweite. Der Mensch verstand sich über Jahrhunderte als Beherrscher der Welt: rechnend, nutzend, entgrenzend. Doch was, wenn gerade dieses Verhältnis die Natur zerstört und das Eigene verkümmern lässt? Was, wenn das Denken selbst aus dem Gleichgewicht geraten ist?
Dialogische Ästhetik im Anthropozän begreift Kunst und Erkenntnis als Beziehung. Sie fragt: Wie wird ein anderes Weltverhältnis erfahrbar – ohne Kontrolle, ohne Repräsentationszwang? Sie eröffnet Räume, in denen Wahrnehmung sich wandeln darf: leiblich, poetisch, resonant. In diesem Denken verliert der Mensch den Status des Maßes aller Dinge und rückt als Teil eines größeren Mit-Seins in den Blick. Tiere, Pflanzen, Atmosphären – sie erscheinen als Mitwirkende, keine Kulisse. Kunst wird zur Antwort, zur situativen Resonanz. Dialog zeigt sich als Geste des Hörens, fern von Beherrschung. Im Zentrum steht eine ethische und ästhetische Praxis der Gegenwärtigkeit, weit entfernt von romantischer Naturverklärung. Dialogische Ästhetik ist suchend, verwundbar, zugewandt. Sie folgt einem leisen Impuls: Echte Veränderung beginnt eher mit Beziehung als mit Wissen. Dialogische Ästhetik im Anthropozän ist Forschungsfeld, Denkraum und Erfahrungsversuch – für eine Welt, die gedacht, mitgefühlt, mitgetragen und mitgeformt werden will. Ein Käuzchen ruft.
Jemand bleibt stehen. Etwas verändert sich. Der Boden unter den Füßen fühlt sich anders an. Luft und Licht erzählen von etwas, das im Wandel ist. Zeit dehnt sich, Zusammenhänge lösen sich auf und setzen sich neu. Dialogische Ästhetik im Anthropozän entsteht aus Begegnung. Ein Blick bleibt. Eine Bewegung wird langsamer. Eine Stimme hört zu. Aufmerksamkeit schafft Raum. Kunst zeigt sich in der Art, da zu sein. Ein Stein auf einem Tisch. Eine Linie auf Papier. Ein Wort, das nicht lauter wird. Erkenntnis wächst in Momenten, in denen etwas Bedeutung annimmt – leise, aber deutlich. Ein Mensch lehnt an einem Baum. Ein Kind berührt nassen Asphalt. Eine Stimme taucht auf, bleibt, vergeht. Das Geschehen trägt sich selbst. Tiere, Pflanzen, Geräusche, Wasser, Wind – sie gestalten mit. Dialog entfaltet sich im Hören. In einer offenen Bewegung. In der Bereitschaft, dabei zu bleiben. Diese Arbeit folgt der Aufmerksamkeit. Ihre Formen entstehen aus dem, was geschieht. Fragen, die sich stellen Was ist das für eine Arbeit? Ein forschendes Tun, das sich aus Situationen bildet. Theoretisches Denken begleitet. Sprache, Material, Bewegung führen miteinander. Woraus besteht sie? Aus Wegen durch Landschaft. Aus gesammelten Spuren. Aus Gesten, die nichts festhalten. Aus Zeiten, die geteilt werden. Wie arbeitet sie? Mit Wiederholung. Mit offenem Blick. Mit Formen, die verbinden. Wozu das alles? Welt tritt in Beziehung. Das zeigt sich im Gehen, im Innehalten, im Teilen. Was lässt sich daraus mitnehmen? Ein anderer Rhythmus. Eine Form des Daseins, die Nähe zulässt. Eine Sprache, die sich von den Dingen her bildet. Welche Rolle spielt Theorie? Sie öffnet Räume. Sie fragt mit. Sie schärft die Wahrnehmung. Wem begegnet das Projekt? Menschen, die hinschauen. Die Fragen stellen, ohne Antwort zu verlangen. Die die Welt in kleinen Formen berühren. "The Eco Jurisprudence Monitor is for everyone who wants to know more about a global movement to advance laws that transcend anthropocentrism. The idea is to better protect animals, plants, and entire ecosystems, and consequently human societies. Explore this innovative idea and see what is happening around the world!"
https://ecojurisprudence.org |
KontextDas Feld, in dem ich arbeite
Die Dialogische Ästhetik im Anthropozän bewegt sich in einem noch jungen, aber international wachsenden Feld. Unter Stichworten wie Planetary Thinking, Rechte der Natur, multispezies Demokratie, Arts & Ecology oder Care-Ethiken entstehen an Universitäten, Instituten und in künstlerischen Kontexten neue Formen des Denkens und Handelns: Flüsse, Böden, Tiere, Atmosphären werden als Akteure verstanden, politische Dramaturgien werden neu erfunden, um mehr-als-menschliche Beziehungen sichtbar und verhandelbar zu machen. Meine Arbeit knüpft an diese Entwicklungen an, verschiebt den Fokus jedoch konsequent in konkrete Lebenszusammenhänge: in eine Stadt wie Fürth, an einen Fluss wie die Rednitz, in Bildungs-, Kultur- und Pflegekontexte. Dialogische Formate – flanierende Sonntage, Stab-Dialoge, Projekträume, Mitwelt-Gespräche – verbinden sich mit künstlerischer Forschung, Care-Perspektiven und einer reflektierten KI-Praxis. In diesem Horizont verstehe ich wundersam als lokalen Knoten in einem planetaren Netzwerk: als Ort, an dem globale Diskurse zu Recht, Mitwelt und Transformation in leibliche Erfahrungen, konkrete Beziehungen und erzählbare Formen übersetzt werden. Können wir unsere Leben so neu definieren, so dass das Beste für die Natur auch das Beste für uns ist? Können wir uns wirklich so in diesen Planeten, dieses vollumfängliche Ökosystem einfügen, dass die Welt mit uns besser dran ist als ohne uns? Das ist die größte, allumfassende, hyper-ökologische Herausforderung, auf die die Tiefenökologie aufmerksam machen möchte."
David Rothenberg "There is more to the Anthropocene than meets the eye. There is also something to it which touches the soul and strikes the mind."
Framework Regenerative Business Models, in:
Towards regenerative business models: A necessary shift? Jan Konietzko, Ankita Das, Nancy Bocken Blueprint 9: Educational Transformation
7 Transformative Learning Perspectives for Regeneration and Thrivability, 2021 |